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Aktuelles von Annerose

März 2018

Ich selbst werde dir vorangehen und dich zur Ruhe kommen lassen.

2. Mose 33,14

 

Liebe Freunde, in meinem letzten Brief habe ich euch einen kleinen Einblick in mein vergangenes Jahr gegeben. Weihnachten und Neujahr habe ich hier in Peru verbracht. Am 24.12. haben wir als Missionare in der Krankenhauskapelle einen kleinen Weihnachtsgottesdienst gefeiert. Am Abend war ich mit anderen Freunden zum Weihnachtsabendessen in der WG einer Krankenschwester und einer Lehrerin eingeladen. Auch wenn es kein typisches Weihnachtsfest war, war es doch ein sehr schöner Abend. Die Peruaner lassen sowohl am Heiligabend, als auch an Silvester ein Feuerwerk knallen. Das war etwas ungewohnt, doch amüsant. Natürlich habe ich meine Familie, die kalten Temperaturen und das typische Essen zu Weihnachten vermisst. Doch es war irgendwie gut, dies alles nicht zu haben, um sich an den eigentlichen Sinn von Weihnachten zu erinnern. Über Silvester hatte ich Bereitschaftsdienst im Krankenhaus. Es läuft hier also ähnlich wie in einem deutschen Krankenhaus ab: entweder man arbeitet an Weihnachten oder an Silvester ;). Der Dienst war relativ ruhig, nur ein Motorradunfall mit drei Jugendlichen (alle auf einem Motorrad, ohne Helm). Ein Jugendlicher hatte tiefe Schnittwunden im Gesicht. Leider war unser Unfallchirurg nicht vor Ort, sodass ich meine vor langer Zeit erworbenen Nähkünste anwenden durfte. Ich hoffe, die Wunden sind gut verheilt. Der Junge ist leider nicht zu seiner Kontrolluntersuchung gekommen.

In den Ferienmonaten hier (Dezember bis März) vergleichbar mit unseren Sommerferien, kommen mindestens doppelt so viele Patienten wie in den übrigen Monaten. Dezember bis Mitte Februar war daher eine sehr anstrengende Zeit, da ich nun wirklich die einzige Kinderärztin war. Gute 4 Wochen Tag und Nacht Bereitschaftsdienst haben ihre Spuren hinterlassen: mehr Falten ;) Ich hatte in dieser Zeit auch wieder ein paar herausfordernde Fälle. Unter anderem ein Neugeborenes einer Missionarsfamilie, bei dem der Verdacht auf eine Trisomie 21 besteht. Es hat seit 6 Wochen Sauerstoffbedarf aufgrund einer leichten Muskelschwäche und der Höhe (2700m ü.M.). Doch dem Kind geht es mittlerweile besser. Andere Missionarsfamilien haben auch Nachwuchs bekommen. Für mich war es ein Geschenk, daran teilhaben zu dürfen.

 

Doch alles hat seine Zeit, wie es schon in der Bibel steht: Alles hat seine Zeit und jegliches Vornehmen unter dem Himmel seine Stunde (Prediger 3,1). Jetzt kommt wieder eine Zeit der Ruhe, so empfinde ich das zumindest.

Seit einer Woche bin ich nicht mehr die einzige Kinderärztin. Ein junger Kinderarzt aus den USA arbeitet jetzt bei Diospi mit und Martina John ist Ende Februar nach fast 9 Monaten Heimataufenthalt wieder zurückgekommen. Außerdem sind noch 3 weitere Kinderärzte für 2-3 Wochen als Gastärzte tätig, sodass ich diese Gelegenheit nutze, um einige meiner Überstunden der letzten Monate abzubauen.

So konnte ich auch mal ein Wochenende nutzen, um mit ein paar freiwilligen Mitarbeitern und meiner Freundin Susan einen schönen Ausflug nach Abancay (ca. 1,5h von Curahuasi) zu unternehmen. Wir sind zu einer Lagune gewandert (3900m ü.M.) und haben in einem kleinen Zoo eine Auswahl peruanischer Tiere bewundert, z.B. Pumas, Kondore, Affen usw.

 

Ende März werde ich für drei Wochen nach Deutschland fliegen, um mal wieder meine Familie und Freunde zu sehen. Auf diese Zeit freue ich mich sehr. Leider werde ich nicht alle sehen können, doch wie gesagt: Alles hat seine Zeit!

 

Bis bald, Eure Annerose 

Hallo liebe Leser,

seit den letzten Wochen tauche ich immer mehr in die peruanische Kultur und Sprache ein.

Ich habe in den letzten Wochen Neues, Interessantes und Schönes kennengelernt.

Eines der Highlights war mein erster Besuch auf dem Markt, wo ich neben den Klassikern wie Mangos, Anananas und Bananen Früchte gesehen habe, die ich zuvor noch nie gesehen habe. Ein paar konnte ich auch probieren, natürlich nachdem ich sie geschält oder desinfiziert habe ;)

Beeindruckend ist auch die Kartoffelvielfalt, über 3000 Sorten gibt es in Peru! 

Auf dem Markt gibt es natürlich auch ganz "frisch" eines der Lieblingsspeisen vieler Peruaner: Cuy - Meerschweinchen. Manche kaufen sie aber auch nur als Hausstier - vorerst ;) 

 

Eine neue, mir in Deutschland bisher unbekannte Erfahrung war die "Wasserknappheit" in Arequipa. Zwar hat es hier in den letzten Wochen so viel geregnet wie seit Jahren nicht mehr, sodass es in mehreren Teilen Perus zu schweren Erdrutschen kam, aber durch die gelöste Erde im zuführenden Wasser konnte über 60% von Arequipa über drei Tage nicht mit Leitungswasser versorgt werden. Mehrmals am Tag wurden Parks von LKWs mit Wassertanks angefahren, wo sich die Anwohner mit Eimern ihr Wasser nach Hause holen konnten. Die Umgebung von Arequipa ist auf starke Regenfälle nicht vorbereit, hier regnet es in der Regel nur wenige Tage im Jahr. 

Ein weiteres Highlight war mein erster Besuch in einem weiteren südamerikanischen Land: Chile! Leider gezwungenermaßen, da mein Visum nur 30 Tage betrug und ich zur Benatragung meines religiösen Visums, das mir erlaubt bei Diospi Suyana zu arbeiten, ein gültiges Visum voraussetzt. Zum Glück sind die Fernbusse in Peru ziemlich komfortabel, sodass die 7-stündige Fahrt zur Grenze recht entspannt war. Jedoch war bei der Ausreise nach Chile so viel los, sodass wir fast 2 Stunden für den Grenzübergang brauchten. 

Ansonsten besuche ich weiterhin jeden Tag die Sprachschule und mache soweit ich das beurteilen kann Fortschritte - poco a poco :)

In den nächsten Wochen verschicke ich meinen nächsten Brief, wer diesen regelmäßig zugesandt haben möchte, kann mir gerne eine Nachricht schreiben!

Liebe Grüße,

eure Annerose