Pietistische Prägung
Die Wurzeln
des Pietismus gehen auf das 17. und 18. Jahrhundert zurück.
Stammväter wie Jakob Spener lebten ihren Glauben praktisch und klar einsehbar vor.
Ihre Werte gründeten sich in den 5 G´s.
Gottes Wort
Gemeinschaft untereinander pflegen
Gebet (persönliches, aber auch Gebetsgemeinschaften)
Gabenorientierte Mitarbeit
Glauben verbindlich leben (was sich evangelistisch, missionarisch und diakonisch auswirkt)
Der
Begriff Pietismus kommt von pietas = Frömmigkeit. Damals begann eine
Erneuerungsbewegung das Leben der evangelischen Kirche zu vertiefen.
Es waren Männer wie Philipp Jakob Spener, August Hermann Francke, Nikolaus
Reichsgraf von Zinsendorf und Johann Albrecht Bengel die, die treibenden Stammväter
waren.
Zinsendorf meinte dazu
"Pietistisch
ist es, wenn Glaube als persönliches Verhältnis zu Jesus Christus gelebt wird.
Jesus ist Dreh- und Angelpunkt unseres Glaubens.
Er liebt uns, und wir lieben ihn. Er ist unser, wir sind sein"
Später
flammte der Pietismus in der Erweckungsbewegung neu auf und ist noch heute in
zahlreichen Kirchengemeinden, in vielen Freikirchen und vor allem in der
Gemeinschaftsbewegung an zu treffen.
Dabei wird auch heute noch darauf geachtet:
dass der Glaube als persönliches Verhältnis zu Jesus Christus gelebt wird
dass Wort Gottes hoch
geschätzt wird.
Der Pietismus war damals wie heute eine Bibelbewegung,
wo Gottes Wort als Maßstab genommen wird. Jesus darf prägen
und leiten, Gläubige sind seine Nachfolger.
dass evangelistische Ausprägung praktiziert wird. Es wird auf vielfältige Weise zum Glauben an Jesus eingeladen, ob dies nun durch besondere Gottesdienste, Glaubenskurse, Evangelisationen, ... geschieht
dass die Auffassung besteht, dass wir Menschen von Natur aus egoistisch und verloren sind und der Umkehr bedürfen
dass der Glaube an Jesus alle Lebensbereiche durchdringt. Nach und nach werden wir Jesus ähnlicher, leben so in der Heiligung
dass das freie eigenständige Beten nicht nur Teil des eigenen Gebetslebens ist, sondern in Gebetsgemeinschaften im Gottesdienst, in Kleingruppen oder auch in eigenen Gebetskreisen praktiziert wird
dass jeder der kann, nach seinen Gaben in der Gemeindearbeit mitarbeitet, es wird nicht nur den Hauptamtlichen die Arbeit überlassen, sondern die Einzelnen bringen sich als Laienmitarbeiter verantwortlich ein, was dem Priestertum aller Glaubenden entspricht.
dass man sich über den Gottesdienst hinaus Kleingruppen zum Bibellesen, zum Austausch miteinander, zum Beten trifft. Dort betet man gemeinsam Gott an. Dabei spielt auch das Singen eine Rolle, da es eine Art der Seelenhygiene ist. Da Vertrauen zueinander entsteht, können auch Dinge besprochen werden, die in persönliche Bereiche gehen. Bibelarbeiten führen dahin, dass man sich darüber austauschen kann, wie einzelne das im Alltag praktizieren, leben. Dort ist auch Raum für Fragen, bestehende Zweifel, Nöte, die eines Schutzraumes bedürfen.
Der Blick ist auf die ganze Welt
gerichtet, Menschen sollen von Gottes Liebe hören und sie erfahren, was
in der Missionsarbeit geschieht. Dazu werden in diversen Missionswerken
z.B. Marburger Mission, Liebenzeller Mission hauptamtliche Prediger und
Missionare ausgebildet, es werden Spenden gesammelt, Fürbitte praktiziert.
Liebe ist die angestrebte Glaubensfrucht und somit Ausdrucksform des Glaubens, wozu auch spontane Hilfsbereitschaft und organisierte Diakonie gehört.
Konfessionsgrenzen verlieren ihre trennende Bedeutung, denn in allen verschiedenen christlichen Gemeinden gibt es Menschen, die Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland bekennen. Wir sind miteinander in Verbindung und treffen uns auch in übergemeindlichen Gottesdiensten, Gebetstreffen, und anderen Aktionen zusammen, auch wenn unterschiedliche theologische Positionen zugrunde liegen. Auch bei Gott wird es einmal nur seine Gemeinde geben, dort erleben wir wirkliche Einheit.
© 2011 Evangelische Stadtmission Eberstadt letzte Änderung 07.08.2011 Impressum