... weiter Unsere Geschichte von 1872 bis heute
Von 1872 bis 1914
Johann Bastian
muss eine sehr inspirierende Persönlichkeit, mit einem von Gottes Heiligem Geist erfüllten Herz, gewesen sein, als Vater von 7 Kindern, der seinen christlichen Glauben sehr wohl in die Tat umsetzte.
Einladungen zu sich nach Hause führten im Laufe der Zeit zu regelmäßigen Hauskreisen mit gemeinsamem Gebet, geistlichen Liedern und biblischen Andachten.
Aus dieser einfachen Arbeit heraus entstand unsere Gemeinde, ähnlich wie es in der damaligen Zeit in vielen Dörfern und Städten stattfand.
Treffpunkt war das "Bahnwärterhäuschen"
Eine seiner Töchter, Minna wurde 94 Jahre alt und heiratete Martin Heldmann(geb. 17.05.1874 - gestorben 1965), der langjähriger erster Vorsitzender der Gemeinschaft in Eberstadt wurde.
Sie blieb in Eberstadt, leitete u. a. einen Gitarrenchor, den sie gegründet hatte, während ihr Vater weiter zog.
Die Gemeinschaft wuchs immer weiter und man traf sich abwechselnd bei Teilnehmern in deren Wohnungen.
Besonders treu war Fräulein Bauer zu nennen, die schon damals eifrig zu den Treffen einlud, christliche Blätter, Monatsschriften und Missionszeitungen verteilte. Als die Zusammenkünfte immer reger besucht waren,
kam die Gemeinschaftsleute, wie man sie nannte, bei dem zugezogenen Gendarmeriekommissar Peter Reegunter.
Doch auch hier war es bald zu eng, dass Martin Heldmann, auch im Dienst der Staatseisenbahn sein Haus für den zweiten Teil der Gemeinde öffnete.
Damals fanden Reiseprediger und lehrbegabte Laienbrüder aus Darmstadt immer wieder Zeit, so dass Eberstadt mit "geistlichem Vollkornbrot" gut versorgt war. Von 1880 bis 1912 kam Reiseprediger Oskar Schmidt, ausgebildet in St. Chrischona, in die Eberstädter Gemeinschaft. Sein Nachfolger wurde Reiseprediger Heinrich Held, ebenfalls aus St. Chrischona.
1910 konnte erstmals ein großer Saal in der Heidelbergerlandstraße gemietet werden, bis dann nach vier Jahren der erste Weltkrieg hereinbrach.
Über die Zeit des ersten Weltkrieges ist nichts mehr an Aufzeichnungen vorhanden, denn alle wehrtätigen Männer und Frauen, die mit anpacken konnten, wurden eingezogen. Sicher ist, dass die vor Ort gebliebenen Alten sich gegenseitig in finanziellen oder Krankheitsnöten halfen und auch der Saal Treffpunkt der Gemeinschaft blieb und man sich weiter zu den Stunden traf.
Flegeljahre 1818 - 1932 / 1935
Nach Ende des ersten Weltkrieges kam Pfarrer Kayser, im Alter von 73 Jahren zu uns, der neben vielen Reisepredigern und Darmstädter Laienpredigern die Gemeinde bestens versorgte.
Es brach eine neue Blütezeit an. Die Menschen waren auch damals Suchende, die offen waren für das, was bibeltreue Frauen und Männer über Gott und die Welt erzählten. Mitglied durfte nur der werden, der auch weiterhin Glied der evangelischen Kirche war.
Die Gemeinde wuchs mit Hilfe von Missionsschwestern der Marburger Hebron-Schwesternschaft (Frieda Reichel, Elisabeth Heuer, Frieda Brand), die von 1918 bis 1922 hier wirkten, bis sie von ihrer Leitung abgezogen wurden.
Dann orderte Peter Reeg Schwestern von der Liebenzeller Mission, wobei als erste Minna Karrerkam, die jahrelang Missionarin in der Südsee war. Zu ihrer Zeit tat auch Arthur Neuber, Prediger von der Liebenzeller Mission, damals Darmstädter Stadtmissionar, oft zum Dienst nach Eberstadt, wobei ihm schon immer die Jugend sehr am Herzen lag.
Seit 1920 wurde darauf geachtet, dass die Jugend wieder Lebensfreude bekam. Auch sie waren von Jesus mit Gaben betraut worden, die sie in Aufgaben vor Ort einsetzen und erproben durften. 1924 kam Arthur Neuberdann als Prediger ganz zu uns, was damals auch dem, noch geschlechtsgetrennte, Jugendbund Auftrieb gab. Die Jugendweihestunden waren bekannt für geistlichen Tiefgang zum Glaubenswachstum, gepaart mit intensiver Seelsorge. Minna Karrer leitete den Mädchenbund. Dazu kam auch eine Sonntagsschule, die Friedrich Götz mit Dora Gerisch leiteten.
Später wurde Bruder Neuber 1935 in den Dienst als Bundeswart für EC berufen.
Der von Bruder Heldmann gegründete Gemischte Chor erlebte trotz der schweren Zeit einen erfreulichen Aufschwung. Später übernahm dann Rektor Heinrich Ostheimervon 1928 - 1935 dessen Leitung.
-1933 bis 1945 -
Als nächster Prediger kam 1935 dann Theodor Ernstzu uns. Er gründete zudem den Bläserchor Eberstadt, in dem Heinz Mertz und Else Härter (später Jakob) mitbliesen.
Ein Späteres Bild von Theodor Ernst.
Es sprach für sich, dass Bruder Neuber nach seiner Berentung wieder zu uns nach Eberstadt kam. In Zeiten der Inflation und Arbeitslosigkeit wurde er von einer Eberstädter Familie kostenlos verpflegt, was nicht selbstverständlich war.
Er heiratete er auch in späten Jahren die Tochter von Martin Heldmann, die wie ihre Mutter Minna hieß.Jeweils für 1 - 4 Jahre kamen auch Missionsschwestern zur Verstärkung dazu. Der Gemeinde stand von 1936 bis 1951 ein Bruderrat vor, nachdem Eberstadt "ein gerichtlich eingetragener Verein" wurde. Johannes Huthmann
, war langjähriger 1 Vorsitzender.
Darunter ist auch Missionarin Hildegard Thiemzu nennen, die dann 1948 wieder auf die Yap-Inseln ausreiste.
In der ganzen Zeit unserer fast 130jährigen Gemeindegeschichte sind die Angebote für Kinder und Jugendliche immer ein Schwerpunkt unserer Gemeindearbeit gewesen. Dies wurde bis vor wenigen Jahren vom EC übernommen. In der Zeit des dritten Reiches wurde dieser Bereich im Zuge der Gleichschaltung verboten. Auch der Posaunenchor war davon betroffen
In Zeiten der politischen Wende, wo vor allem die Jugend als Kanonenfutter vorbereitet werden sollte, und in einer politischen Jugendgruppe organisiert wurde, blieb man in Eberstadt Gottes Wort treu: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen."
(Apostelgeschichte 5, 29).
Von Anfang an war ein gutes Miteinander mit der Ortskirche und anderen bibeltreuen Gemeinden vorhanden. Ursprünglich als Ergänzung zum sonntäglichen Gottesdienst der Ortskirche gestartet, ist unsere Gemeindestunde im Laufe der Jahrzehnte zum eigenen Gottesdienst emanzipiert.
Auch insgesamt ist die Spannung und Zerrissenheit der Gemeinde aus dieser Zeit dokumentiert: So hielten es einige Geschwister mit den eher nationalsozialistisch orientierten Deutschen Christen, andere wiederum mit der Bekennenden Kirche! Schließlich - ja, man kann sagen Gott sei Dank - überwog der Anteil derer, die der Bekennenden Kirche offen gegenüberstand. In dieser Zeit der Repressalien und des Verlustes der Meinungsfreiheit und Menschenwürde wuchs die Landeskirchliche Gemeinschaft Eberstadt, wie wir damals hießen, sehr dicht zusammen.1945 - 1990
In der Nachkriegszeit gab es andere Probleme: der Pluralismus, die Selbstverwirklichung, der Egoismus auch unter Christen führten immer wieder zu Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde.
1955 kaufte die Stadtmissionsgemeinde ein Haus in der Hagenstraße 26. Der Jugendbund lebte wieder auf, ebenso die verschiedensten Chöre und auch der zwischenzeitlich verbotene Posaunenchor.
1956 kam Prediger Klaus Kunau ins Amt. Als Johannes Huthmann ernstlich erkrankte, übernahm Peter Hübner das Amt des 1. Vorsitzenden. Unter ihm kam es dann im Juli 1964 zum Um-Bau des Hauses einer Eberstädterin, die es der Stadtmission auf Rentenbasis zum Kauf angeboten hatte. Es wurde ein Stadtmissionshauses mit einem großen Saal in der Büschelstraße 22
begonnen. Beim Bauhalfen viele der Gemeindemitglieder mit.
Der damalige Gemeindevorstand
Oben Karl Meyer, V. Blees, Heinz Mertz, Prediger Kunau, H. Kern, Hans Westermann, G. Engelhard (2. Vorsitzender) -
unten Karl Gilbert, Schweter Emma Binder, Fräulein Gerbig, Peter Hübner (1. Vorsitzender)
Else Härter, die später Hans Jakob heiratete, die 1950 in die Gemeinde kam und Hans Jakob, der 1954 dazu stieß. Beide waren damals mit den beiden Söhnen einer Familie Vetter im Jugendbund. Deren Vater liebäugelte 1958 / 1959 mit der Allversöhnungslehre. Peter Hübner brannte dafür, den jungen Leuten mit Rat und Tag zur Seite zustehen. Die Liebe untereinander war ihm dabei besonders wichtig. Ihm war es dabei ein großes Anliegen, dass die Gemeinde bibeltreu und nach pietistischen und evangelistischen Maßstäben blieb und von der Allversöhnungslehre nicht weiter verunsichert wurde. Darum ging Herr Vetter und einige Gemeindeglieder, die auch seinen Hauskreis besuchten aus der Gemeinde weg. Interessant war, dass die Frauen, u. a. eine Tochter von Peter Hübner dabei weiter Kontakt miteinander hielten, auch wenn die Männer unterschiedliche Wege gingen.
1966 wurde Bruder Kunau durch Prediger Herrmann Deckerablöst. Hans Jakob
wurde als junger Mann unter ihm 1. Vorsitzender, einem Amt dass er bis zuletzt kurz unterbrochen 28 Jahre inne hatte.
So manche Reichsgottesarbeiter gingen aus unserem Jugendbund hervor: hierbei sollen genannt werden Pfarrer Hans Huthmann, Pfarrer Kurt Wolf, Pfarrer Helmut Mink, die Diakonissen Käte Hermann, Marie Dieter, Elisabeth Schmdt, Anni Bohl, Martha Bohl, Martha Wembacher. Zur äußeren Mission gingen Elsa Jung (Afrika), Fräulein Zastrow wurde Missionsärztin.
Die Stadtmission war sich voll bewusst, dass nur in gemeinsamer, treuer Arbeit, der erbetene Segen Gottes geschenkt wird.
Von 1974 bis 1990 war bei uns Friedrich Pfauder Prediger des Bezirkes Eberstadt, Pfungstadt, Hahn, bis hin nach Elmshausen. Er war auf Grund der Größe des Bezirkes ständig unterwegs und besuchte auch Glieder aus diesem großen Bezirk immer wieder.
Da seine Tochter körperbehindert war, durch viele Operationen aber in die Lage versetzt wurde trotzdem Kindergärtnerin, ihren Wahlberuf auszuüben, blieb er als längster Prediger 16 Jahre bei uns.
Zu seiner Zeit wuchs der Jugendbund für EC auf bis zu 50 Teilnehmer an, dem Andre Karapetianals Leiter vorstand, der hatte damals zusätzlich einen Jugendchor
ins Leben gerufen hatte. Zudem traf man sich zu gemeinsamen Gebetsstunden.
Hans-Martin Pfauübernahm beide Ämter von Andre, wodurch er auch automatisch in den Vorstand kam. Andre "ging einfach", die wirklichen Gründe dazu wurden erst später bekannt. Heute leitet Andre eine Gemeinde, die besonders auf sozialem Gebiet sehr aktiv ist.
Doch diese beiden Ämter waren für Hans-Martin nur Sprungbretter, der Jugendbund löste sich auf. Und der Chorging nachdem eine teure Anlage gekauft und eine Cassette aufgenommen war, er einen Platz im Vorstand als Beisitzer hatte, in die Hände von Ulrich Jakob
über.
Das Bild zeigt den Jugendchor bei einem Weihnachtsmarktauftritt.
In dieser Zeit fanden auch mehrerer Jugend-Evangelisationsveranstaltungen in unserem Bezirk statt.
1986 wurde erstmals ein Hauskreis aus jungen Pärchen gegründet, der als einziger Kreis weiter bestand, da sich diese nicht in Jungen-Kreis unter Siegfried Riehl(heute Canada-Missionar), einem Praktikant aus Liebenzell
und den Mädchen-Kreis unter Schwester Lotte Maurerauftrennen lassen wollten.
Friedrichs Sohn Wolfgang Pfauging nach Bad Liebenzell, wurde dann aber weil seine Ansichten nicht deckungsgleich mit der damaligen Leitung waren, über WEC (Weltweit Entschieden für Christus) als Missionar nach Gambia ausgesandt. Dort hatte er zuletzt mit seiner Frau Ina die Missionsleitung inne.. Wir unterstützten sie jahrelang finanziell als Missionsehepaar mit ihren 4 Kindern in Gambia (Afrika), zumal sie ja aus unserem Jugendbund und später dem Hauskreis junger Erwachsener über all die Jahre geschätzte Mitglieder waren. August 2009 kamen sie, als sechsköpfige Familie, wieder zurück nach Deutschland.
Weitere Jugendbund-Teilnehmer, die in den Hauptamtlichen Dienst gingen, waren Ina Kowalewski(Ärztin) heiratete Wolfgang Pfau.Ina Pfau war lange Jahre mit Wolfgang zusammen als Missionsehepaar, das wir fast 2 Jahrzehnte sozialmissionarisch finanziell unterstützten, die mit ihren 4 Kindern in Gambia (Afrika) tätig waren, zuletzt einige Jahre auch als Missionsfeldleiter vor Ort.
Christiane Seresse, die Pfarrerin der Landeskirche Eberstadt Süd wurde, Jürgen Koberschinski (hauptamtlicher Mitarbeiter von Sportler ruft Sportler), Martin Waldvogel
(mit der Deutschen Missions Gesellschft als Missionar in Simbabwe (Afrika), ....
Die Liebenzeller Schwester Lotte Maurer war ebenso in dieser Zeit aktiv, sei es nun in der Mädchenarbeit, im Chor, als auch in der Frauenarbeit oder bei Jugendevangelisationen. Sie hatten persönlich aber einen Ruf in die Mission. Nach langen Jahren Hin und Her, der Dienste für Liebenzell, wo sie dann zuletzt in Österreich in einem großen Bezirk ständig unterwegs war, schied sie dann aus Liebenzell aus. Sie heiratete einen verwitweten Mann aus Österreich mit 4 Kindern und , arbeitet nun, als Lotte Jambrek in Gäufelden.. Sie bekamen noch ein gemeinsames Kind. Lotte ist Seelsorgedienst und u. a. im Frauenfrühstück in der Gemeindearbeit aktiv.
1990 bis heute
Seit 1989 kam zu Kinder- und Jugendarbeit noch ein Mutter-Kind-Kreis dazu, der sich auf Initiative von Heike Stetter erst in deren eigenem Garten traf, dann aber wegen steigender Nachfrage ins Gemeindehaus überwechselte.
Gemeindebild entstanden bei der Verabschiedung von Schwester Lotte September 1989![]()
Ab 1990 tat Prediger Siegfried Metzmit seiner Frau Margit
, die aktiv in der Jugendarbeit und Frauenfrühstückstreffen mitmachte. In seinen Dienst bei uns hatte er, nachdem sich der Vorstand drastisch verjüngt hatte, einen nicht gerade einfachen Stand. Klaus Hettler
, der als Jugendpastor, zu uns kam, präsentierte dazu bei seiner Verabschiedung er hätte sich als Hampelmann gefühlt, an dem Verantwortliche nach Belieben, ziehen konnten.
Von 1992 bis 1996 wurde aus dem Mutter-Kind-Kreis ein Mütter-Gesprächs-Kreis mit evangelistisch - missionarisch ausgerichteten Themen, unter Heike Stetter, die noch drei weitere Mitarbeiterinnen gewinnen konnte, die sich abwechselnd vorbereiteten. Nach vier Jahren löste sich dann die Gruppe wegen anderer Prioritäten der Mitarbeiter auf.
1995 Vorstand
Vorstand 1997![]()
Michael Wild als Jugendreferent![]()
betreute die Kindergruppeund einen Jungscharkreis, in den größtenteils Kinder aus Eberstadt Süd gingen.
Unter ihm expandierte die Jugendarbeit ständig.
Nach ihm wurde Markus Fuchshuberfür die Kinder - und Jugendarbeit eingestellt, der heute noch Zeltlager für Kinder leitet.
Der junge 1. Vorsitzende Hans-Martin Pfau organisierte eine Gemeindeanalyse, um die Weichen in der Gemeindearbeit um zu stellen. Der Wechsel des Pastors verzögerte sich aber noch durch den tragischen Unfall der Tochter von Siegfried Metz.
Dieser war besonders den Senioren zugetan und pflegt auch heute noch gute Kontakte zu einigen Gemeindegliedern.
Wie auch überall in der Welt machten auch wir Erfahrungen, die uns betrübten, wobei es um die Jahrtausendwende Konfliktpotential im sich extrem verjüngendem Leitungskreis gab, als Karl Meyer, Georg Zissel und Hans Jakob als 1. Vorsitzender als Älteste ausschieden.
Da wie überall in Gemeinden mit Verzögerung, weltliche Schwierigkeiten, auch dorthin schwappten, ging es auch hier bald um Karriere, Einfluss und Macht über andre, was schmerzliche Wunden bei langjährigen Mitarbeitern und Amtsträgern verursachte und große Lücken in unsere Reihen riss.
Nach der Teilung des Bezirkes in Pfungstadt / Hahn, Reichenbach und Eberstadt, wechselte Markus Fuchshuber als Pastor nach Pfungstadt. In Eberstadt berief man 1999 als nächsten Pastor Ewald Rager. Er wurde vom jungen Vorstand ausgewählt, da er neben seiner Predigtgabe, ein weites Herz für Kinder und Jungendliche hatte, und auch ein begnadeter Seelsorger war. Der Saal war immer bis zum letzten Platz belegt.
Leider wurde er in diesen Seelsorge-Gesprächen immer wieder mit großer Not von Gemeindegliedern allen Alters konfrontiert. Da er kein Stimmrecht im Vorstand hatte, brach unter ihm eine schon lange im innern vor sich hin schwelende Gemeindekrise los. Dies war für ihn und seine Familie zu viel - er kündigte und ging zurück in seinen alten Beruf ...
Doch, Gott sei Dank, hat JESUS uns seine Gegenwart erhalten und eindrücklich bekundet und vorgelebt, dass er die Pyramide der Leitung auf den Kopf stellt - nach seinem Vorbild, sollen nämlich alle, die Verantwortung in der Gemeinde haben Dienende sein.
So sorgte er für notwendige Spannungsentladungen zwischen einzelnen Böcken und Schafen. Er versorgte seine vor Ort verbleibende Herde mit dem was sie brauchte und so haben wir Zeiten der Pastorenvakanz gut überbrücken können, da jeder seine Gaben einsetzte, die er von Gott erhalten hat.
Nachdem zwei Gemeindeberater unabhängig darauf kamen, dass das Problem im Vorstand unter Vorsitz von Hans-Martin Pfau seinen Ursprung hatte, der dann unter Helmut Thoma (erstmalig kein Liebenzeller Pastor) die Gemeinde verließ Die Gemeinde musste erneut eine Vakanzzeit überbrücken, so dass es lange Zeit keine Jugend- und Kinderarbeit mehr gab. Viele junge Familien zogen weg..
Von 2001 bis Februar 2012 war Torsten Rossmann erster Vorsitzender, der als dienender Leiter mit anderen Ältesten den verbliebenen Kreis der Gemeinde zusammen hielt. Es gab eine neue Vereinssatzung, wo auch erstmalig der Pastor Stimmrecht erhielt und eine neue Wahlordnung, wo alle Mitglieder vorschlagen und wählen dürfen, wer in den Vorstand soll, was bis zu dieser Zeit im Vorstand entschieden wurde.
Bis dahin wurde das vorwiegend im Gemeindeleitungskreis intern ausgehandelt, wodurch eine mangelnde Transparenz den Mitgliedern der Gemeinde gewisse Entwicklungen vorenthielt. Aus diesen Versäumnissen hat man gelernt.
Pastor Thoma folgte nach erneuter Vakanzzeit, dann Markus Fuchshuber, oder auch "Fuchsi", wie er liebevoll bei uns genannt wird, der aus Gesundheitsgründen zur Hälfte in seinem alten Beruf arbeitete und so nur eine Halbe Stelle als Prediger bei uns inne hatte.
Dieser schied aus gesundheitlichen Gründen aus, ist nun Hausvater in EC-Jugendheim in Allertshofen, worauf wieder eine Vakanzzeit ohne Pastor folgte. Viele Gemeindeglieder brachten sich als Laien im Predigtdienst, in der Gottesdienstleitung, Halten von Bibel- und Gebetsstunden, sowie dem Seniorenkreis und dem Hauskreis ein - lediglich die Kinder- und Jugendarbeit pausierte längere Zeit, wobei nur sonntags parallel zum Gottesdienst "Kinderbetreuung oder Kindergottesdienst" von einigen u. a. Heidi Rossmann, Nina und Iris Gelfius gehalten wurde.
Einige verließen die Gemeinde aus persönlichen Gründen in der Vakanzzeit, u. a. weil Gott ihnen eine Gemeindegründungsarbeit mit anderen jungen Familien auf´s Herz gelegt hatte.
Ab Oktober 2011 haben wir in Simon Müllernun wieder einen Hauptamtlichen.
Unter dem Strich sind wir fester denn je zusammengewachsen.
Wir lernten im Rückblick auf Höhen und Tiefen, dass es wichtig ist offen miteinander zu sein und Freud und Leid miteinander zu teilen.
Denn Einheit fällt keiner Gemeinde in den Schoß und nur wer miteinander und füreinander betet und bestrebt ist einander zu achten, wert zu schätzen und zu lieben, kommt und bleibt im Genuss von dieser Verheißung Gottes.
"Wort zur Geschichte"
"Das ist die Quintessenz, die wir aus unserer Geschichte ziehen: Gott schenkt keine "Friede, Freude, Eierkuchen-Gemeinde", sondern er will gebeten sein, dass wir nach seinem Willen fragen und handeln. Geschichte besteht aus einer Folge von ineinander greifenden Geschichten von Menschen, die nach Gottes Willen oder nach eigener Regie ohne Gott leben. Wir wollen einladen zu einem Leben, das von Gott bestimmt ist.
Dann wird das Leben mehr als nur Arbeit, Schlaf und Essen, dann bekommt es eine zukunftsorientierte Richtung, dann hat Sterben und Tod keine Macht mehr über uns.
Gott sei Dank!
In dankbarer Erinnerung an unsere ehemaligen Vorsitzenden Martin Heldmann, Johannes Huthmann, Peter Hübner und Hans Jakob und all die vielen anderen Brüder und Schwestern, ohne die es die Stadtmission Eberstadt heute nicht geben würde."
| © 2012 Evangelische Stadtmission Eberstadt letzte Änderung 26.02.2012 Impressum |